2. Semester: Montag
Ich habe mir vorgenommen zu jedem meiner Uni Tage, ähnlich wie letztes Semester, hier etwas zu schreiben. Vielleicht stolpert ja der ein oder andere angehende Student beim googeln drüber und kann sich dadurch ein paar Infos zum Studiengang reinholen. Mein Montag besteht dieses Semester aus 4 Veranstaltungen. Ein Seminar, eine Vorlesung und zwei Übungen für mein Nebenfach Informatik. Morgens um 10 Uhr besuche ich das Seminar “Video und Videothek”. Ich konnte mir erst recht wenig darunter vorstellen, habe mich aber gestern trotzdem mal reingesetzt um einen Eindruck zu gewinnen. Das hat sich auch ziemlich gelohnt, denn ich war, nachdem ich einen Überblick über die Semesterthemen hatte, schwer begeistert. Ich will jetzt hier nicht jedes einzelne Sitzungsthema aufführen, sondern nur kurz meine Highlights anreißen. Da wäre die 2. Sitzung, “Video – nur ein Medium? Von der Überwachung, der Videoästhetik und dem Recht gefilmt zu werden”, neben 2 Texten auch durch den Film Video Kings ergänzt. In der 6. Sitzung, zu der ich auch ein Referat halten werde, heißt es “Bücherwand, Plattenregal und Ramschtisch – Der Sammler und seine Archive”, der Film zu diesem Thema wird High Fidelity sein. Mit einem kleinen
ist mein drittes Highlight in Sitzung 11 zu sehen: “Schmutz und Schund I: “Einfach nur ficken” – der Pornofilm. Für diese Sitzung sollen wir uns zwar “vielleicht auch einfach mal wieder einen Porno angucken”, laut Filmplan steht aber Boogie Nights von Paul Thomas Anderson auf dem Programm. Der Dozent hat auf mich auch direkt einen sehr kompetenten und zugleich sympathischen Eindruck gemacht. Wir sind mit knapp 20 Leuten eine übersichtliche Gruppe und ich denke das Seminar wir verdammt interessant werden.
Danach steht die Vorlesung “Medien. Kultur. Medienkultur” auf dem Plan. Darauf will ich nicht groß eingehen… Es ist halt “nur” ne Vorlesung, deren Thema für mich jetzt nicht super spannend ist. Das ein oder andere Thema auf der Übersicht scheint aber zumindest ein wenig Potenzial zu haben (Spuren der Informationstheorie in Wirkungstheorie der Medien, Medientheorie elektronischer Medien I und II, Ausblick: Digitalmedien und Mobilkommunikation, Kultur als Medienkultur).
Anschließend habe ich eine PHP/MySQL Übung, welche gestern leider direkt mal ausgefallen ist. Ich mein, es war dann auch ganz nett mal in der Sonne zu sitzen und nen Kaffee zu trinken, aber groß was zu dieser Übung sagen kann ich noch nicht. Ich habe nur bei der letzten Semesterarbeit für Informatik gemerkt, dass ich mit PHP noch ziemliche Schwierigkeiten habe. Schaden kann es deswegen nicht dort hin zu gehen.
Die vierte Veranstaltung des Tages war dann noch mal ein Highlight. Wieder eine Übung, allerdings zu dem Thema “Geschichte der Visual Effects im Film”. Wiederum in ner kleinen Gruppe , ein sehr korrekter Dozent (kommt aus der Wirtschaft und macht das “nebenher”) und halt einfach ein sau interessantes Thema. In den ersten 3-4 Sitzungen wird es erstmal nur um die Geschichte gehen, was aber gestern auch schon sehr spannend war. Wir haben zum Beispiel ein Video gesehen wie Davy Jones gesamter Körper animiert wurde. Kann man auch hier noch mal ganz gut sehen. Auch die Tricks aus dem damaligen Meilenstein in Sachen VFX, Metropolis, waren teilweise so simpel und gleichzeitig so gut… In ein paar Wochen werden wir dann auch selber mit Soft Image arbeiten und 3d Animationen erstellen
Schnittberichte
Heute in der Uni habe ich in dem Seminar Archiv Film von der Seite schnittberichte.com erfahren. Wie wir dazu kamen ist recht interessant, deshalb die kurze Vorgeschichte: Im Mai 2000 ging die Seite als schnittberichte.de online. Weil dort teilweise sehr explizite Bilder von herausgeschnittenen Szenen gezeigt werden, musste die Seite allerdings 2002 aus Jugendschutzgründen wieder geschlossen werden. Der Besitzer wurde in Folge dessen sogar zu 12 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. 2003 ging die Seite dann wieder als schnittberichte.com online und unterlag ab diesem Zeitpunkt nicht mehr dem deutschen (sondern dem österreichischen) Gesetz.
Jetzt zum eigentlichen Inhalt der Seite. Wie dem Namen eigentlich schon zu entnehmen ist, geht es dort um Analysen und Berichte zum Schnitt von Filmen, Serien, Computerspielen, Comics und Musikvideos. Übersichtlich nach der Kategorie und dem Alphabet geordnet findet man dort insgesamt über 5000 Zensurberichte. Neben den Berichten darüber was aus Jugendschutzgründen herausgeschnitten wurde gibt es außerdem jede Menge Bildmaterial (keine Videos!) von eben jenen Stellen. Das ist teilweise nicht nur sehr interessant, sondern hat auch einen praktischen Nutzen. Vor dem Bestellen einer DVD lohnt es sich dort mal vorbei zu schauen um zu entscheiden welche Version man nun bestellen soll. Lohnt sich ein Directors Cut, oder reicht doch die FSK 16 bzw. FSK 18 Version? Wer all zu zart besaitet ist, der sollte aufpassen wo er hin klickt. Den Filmfreunden unter euch lege ich einen Besuch der Seite allerdings auf jeden Fall ans Herz.
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